17.08.2017

Sehen,Begreifen und Lernen

«Kinder sind unsere Gäste, die nach dem Weg fragen»
Maria Montessori

Manchmal frage ich mich, ob das Lernen bei unseren Kindern nicht oft in umgekehrter Reihenfolge „trainiert“ wird, nämlich Lernen, Begreifen und Sehen?

Das neue Schuljahr fängt an und oft kommen schon bald danach Anmeldungen von besorgten Eltern.

Je nach dem haben vorgängig bereits Elterngespräche stattgefunden, Anmeldungen für Abklärungen sind gemacht worden, sei es für Logopädie, Ergotherapie, Psychomotorik- Therapie oder auch beim Schulpsychologischen Dienst.

Sie sehen, es gibt eine ganze Bandbreite von Stellen, welche eigentlich alle das gleiche Ziel verfolgen: nämlich das Kind zu unterstützen und ihm zu helfen.

Ich selber meine, dass es sinnvoller wäre, erst einmal das zu prüfen was die Grundvoraussetzung für alles Gelingen ist bevor das Kind in die Mühle der Abklärungen kommt.

Wie soll ein Kind lernen, begreifen, sich konzentrieren können, eine gute Grob- und Feinmotorik haben, wenn das wichtigste Organ – nämlich unsere Augen – nicht gelernt hat zu schauen und Defizite in der Sehfunktion bestehen?

Aus der Hirnforschung weiss man, dass die visuellen Fähigkeiten nicht einfach angeboren sind und dass jeder Mensch das Sehen erlernen muss.

Das Gute dabei ist, dass wir eventuelle Defizite durch gezieltes, richtiges Training verändern können.

Bei einem Standart- Sehtest wird die Sehschärfe des Einzelauges bewertet und funktionelle Störungen der Beidäugigkeit bleiben in der Regel unerkannt.

Die visuelle Sehfunktionen sind aber prüf-und messbar.

In der optometrischen Sehanalyse werden zusätzlich die Koordination des Augenpaares, die Augenbewegungen, die Verarbeitung der Information, die Auge-Hand-Koordination und die Sehen-Hören-Verarbeitung untersucht. Die Augen werden buchstäblich auf ihre Fitness geprüft.

Ich vermute, dass Sie bereits jetzt ahnen, wie wichtig es ist bei Lernproblemen, motorischen Auffälligkeiten, Konzentrationsstörungen, Zappelig-sein usw. zuerst an die Augen und die visuelle Wahrnehmung zu denken.

Hat das Kind nämlich durch ein gezieltes Sehtraining das Defizit aufgeholt, greifen alle anderen Therapien – sofern noch notwendig – viel schneller.

Genau aus diesem Grunde arbeite ich mit dem Sehzentrum Zürich zusammen und schicke, wann immer ich eine visuelle Wahrnehmungsstörung vermute, das Kind zu einer optometrischen Sehanalyse zu den Spezialisten.

Dort wo früher Bier gebraut wurde, nämlich im Zürcher Hürlimann Areal, hat nun das Sehzentrum seinen Sitz.

Jeannete Bloch ist eine wahre Koryphäe auf ihrem Gebiet und sie und ihr Team beraten kompetent mit einem ganzheitlichen Ansatz. Seine Augen auf die visuelle Sehfunktion zu prüfen lohnt sich auf jeden Fall, egal wie alt oder jung jemand ist.

Mit meiner kinesiologischen Arbeit unterstütze ich das visuelle Training positiv und helfe dem Körper das Neue besser im Körper zu integrieren.

So am Rande erwähnt: Ich weiss wovon ich schreibe. Ich selber habe das Sehzentrum als Kundin kennen gelernt, bin fleissig am Trainieren und habe in der Zwischenzeit eine massive Veränderung festgestellt.

Als ich das letzte Mal im Sehzentrum war habe ich Jeannette Bloch gebeten, mir einen Beitrag zu diesem Blog zu schreiben:

Ich bin absolut fasziniert von den Zusammenhängen rund um das Sehen und ich denke spätestens nachdem Sie alles gelesen haben sind auch Sie infiziert von diesem „Seh-Virus“!

Olivia Cornelia Bolliger

Visuelle Wahrnehmung mehr als nur Scharfes Sehen

Über 98% der Baby's kommen mit gesunden Augen und einem gesunden visuellen System auf die Welt.

In den ersten 6 Monaten der Entwicklung werden, wissenschaftlich belegt wie bei einem Computer erst die Leitungen bzw. Stecker verbunden. Es konnte schon um den 4 Monat das sog. 3D sehen nachgewiesen werden.

....und dann gehts los! .....

Wie wir das Sprechen und Gehen erlernen wird das mit dem Sehen koordiniert und aufgebaut.
Fühlen, Schmecken, Riechen und Höhren diese Sinne zusammen mit den Augen werden im Gehirn zusammengefügt und in der " internen Bibliothek " abgelegt. So wird alles Tag für Tag mit bereits in der Bibliothek abgelegten Bildern verglichen, wenn neu wird es abgelegt, wenn schon vorhanden - ab in den Kehricht oder SPAM.

90% der Sinneseindrücke erleben wir mit dem Sehen

Deshalb sieht jeder Mensch trotz sog. "gleicher Hardware " unterschiedlich weil die " Software " durch unterschiedliches Umfeld und erlernen anders aufgebaut und verknüpft wird.

Dies zu wissen ist aus meiner Sicht von enormer Bedeutung !

Durch Wachstum, Epigenetik, unterschiedliche Ernährung, Bewegung, Unfälle, Krankheiten und Erlebnisse ( gehört auch die Geburt dazu ) kann diese Entwicklung verlangsamt oder gar für eine gewisse Zeit gestoppt werden. Aus diesen Gründen kann vielfach zwar scharf gesehen aber das gesehene nicht unbedingt richtig verarbeiten werden.

Das Lesen lernen beginnt in einem Alter in dem die Sehfähigkeiten noch nicht voll ausgebildet sind. Da können diese Defizite schnell zu massiven Lese - Lern - Problemen führen und es entsteht Stress.

Diese Kinder finden Lesen doof, verweigern vielfach auch das Schreiben und zappeln davon.

Bei Erwachsenen ist die PC-Arbeit ein grosses Stresspotential das mit trockenen, müden und immer schlechter sehenden Augen einher geht.

Anhand zahlreicher Funktionsteste und Messungen können wir individuelle Problemlösungen mit Ihnen erarbeiten.

Unser Ziel ist immer mit möglichst wenig Aufwand grösstmöglicher Ertrag!

Jeannette Bloch

Interdisziplinary Fellow of behavioral Optometry Boaf

sehzentrum zürich

23.06.2017

Märchen schreiben

«Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt»
Albert Einstein

Ich meine ich höre ihn schon, den einen oder anderen Seufzer.

Schreiben! Ich kann nicht schreiben, mir fällt nichts ein, keine Ideen, ich bin doch kein Schreiberling.

Aber glaubt mir, es geht hier weder um einen benoteten Aufsatz noch um einen Wettbewerb und schon gar nicht müsst Ihr mir Eure Geschichten mailen.

Obwohl… Wenn ich mir das genauer überlege, es wohl eine interessante Sammlung gäbe und wir diese zu einem Buch binden könnten mit dem Titel: „Märchen die das Leben schrieb“.

Um das geht es nämlich schlussendlich genau.

«Märchen die das Leben schreibt»

Es gibt nichts Präziseres als unser Unterbewusstsein.

Das Märchen hat immer auch mit uns zu tun. Der Kopf und der Verstand spielen uns oft einen Streich oder machen uns etwas vor.

Jedoch das Unbewusste weiss haargenau wo wir im Leben stehen, welche Themen uns beschäftigen oder aber auch, was wir hinter uns haben.

Ich schreibe immer wieder Märchen und bin stets auf‘s Neue erstaunt wie präzise sie sind. Ihr denkt jetzt vielleicht, man kann das steuern und beeinflussen – das habe ich auch gedacht – aber man kann sich noch so Mühe geben und bewusst nichts über sich schreiben, am Schluss trifft es doch zu.

Versucht es und lasst Euch überraschen. Wer weiss, vielleicht entdeckt der eine oder die andere seine verlorene Lust am Schreiben wieder oder bemerkt die Kraft und Wirksamkeit dahinter.

Durch das Schreiben könnt Ihr für Euch selber „Standortbestimmungen“ machen, den sogenannten „Knopf in der Leitung“ finden, welcher Euch gerade darin hindert etwas zu verändern. Oder es kann eine Idee geben, wie der nächste Schritt im Leben aussehen könnte.

Übrigens, es geht auch ohne Computer. Mit Heft und Stift ausgerüstet kann man die schöne Sommerzeit nutzen und irgendwo in der Natur, an einem lauen Sommerabend im Garten – oder wann und wo auch immer Ihr einen geeigneten „Märchenplatz“ findet – schreiben.

So geht Ihr vor

  • Das Märchen fängt an mit: Es war einmal…
  • Schreibt, ohne es zu bewerten, was Euch spontan einfällt.
  • Wichtig: Die Geschichte ist erst fertig, wenn Ihr ein Ende habt.
  • Legt das Geschriebene für mindestens eine halbe Stunde beiseite bevor Ihr es durchlest.
  • Danach oder auch währenddessen stellt Euch folgende Fragen:

Was hat das Märchen mit mir zu tun?

Welche Person oder Figur darin bin ich?

Was will mir die Geschichte sagen?

Ich wünsche Euch eine schöne, genussvolle Sommerzeit

Olivia Cornelia Bolliger